Stücke > Repertoire > Yerma Yermavon Federico Garcia Lorca Regie: Sebastian Schug Mi 17.03.10 | 19:30 | Schauspielhaus Abonnement: Mix-Abo IV | Mix-Abo-S Yerma will unbedingt schwanger werden. Ihr Mann heißt zwar Juan, doch ist er kein Heißblut. Lieber geht er den bäuerlichen als den ehelichen Pflichten nach. Er möchte den Wohlstand mehren, bestellt die Felder und wässert das Land. Die Frau zu Hause bleibt unbefruchtet. Lorca nannte Yerma eine »authentische Tragödie«. Zwei Haltungen stehen sich unabdingbar gegenüber. Für beide ist kein Platz, nicht im gemeinsamen Haus, nicht in der Welt. Zwei Menschen, aneinander gekettet, sie können und wollen nicht voneinander lassen, eine Ehe unter unglücklichen Vorzeichen. Als Juan mitbekommt, wie sich Yerma zu dem armen Hirten Victor hingezogen fühlt, holt er, von Eifersucht getrieben, seine beiden frommen Schwestern ins Haus. Sie sollen über Yerma und deren Keuschheit wachen. Yermas Dasein wird so unerträglich, dass sie bald bereit ist, jedes Mittel zu ergreifen, ein Kind zu bekommen. So beschreitet sie den direkten Weg in die Eskalation. Lorca, Erneuerer des spanischen Dramas und republikanischer Aktivist im spanischen Bürgerkrieg, beeindruckte seine Zeitgenossen durch seine leidenschaftliche Volksnähe und sein Charisma. Beides war von den Faschisten so gefürchtet, dass sie ihn 1936 hinrichteten. Lorcas dramatische Welten vereinbaren scheinbar Unmögliches: Sie erzählen Geschichten aus dem ländlichen, bäuerlichen Andalusien, in dem Frauen die Hauptakteure sind. Sie schaffen so unverwechselbare Chiffren einer modernen Welt, die die Sexualität und den Menschen in ein anderes, neues Licht stellen. Im Umfeld der spanischen Wüste, denen die Menschen die Fruchtbarkeit abtrotzen möchten, lehnen sich Lorcas Frauen gegen innere Verödung und Entfremdung auf und beharren stur und unrational auf ihren weiblichen Willen. Wie die Natur selbst will auch Yerma vor allem eines: blühen und wachsen und sich fortpflanzen – um jeden Preis. Er gilt als der Erneuerer des spanischen Dramas. Vielseitig stand FEDERICO GARCIA LORCA (1898 –1936) der Moderne nahe. So waren die wichtigsten spanischen Vertreter des Surrealismus, Salvador Dalí und Luis Buñuel, seine engsten Freunde. Auch war er ein großer Freund des neuen amerikanischen Films, insbesondere der Kunst Buster Keatons. Dass er die Kraft seiner Werke dennoch aus einer tiefen Verwurzelung in seiner andalusischen Heimat, aus der Bildhaftigkeit der kargen spanischen Wüste schöpfte, macht seine Dramen besonders unverwechselbar und verleiht ihnen die Beglaubigung, die jede Form von literarischem Einzelgängertum erschafft.
Pressestimmen
Regieteam Regie
Sebastian Schug Besetzung Yerma
Sandra Bayrhammer |
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