Stücke > Repertoire > Der abentheuerliche Si... Der abentheuerliche Simplicissimus Teutschvon Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen / Soeren Voima Regie: Florian Fiedler Einführung im Foyer um 18:45 Di 09.02.10 | 19:30–21:45 | Schauspielhaus Krieg. Ein seltsamer Vagant durchwandert ein Deutschland, das in einem wilden Taumel erschöpft liegt. Sein Abenteuer- und Irrweg führt ihn durch alle Gesellschaftsschichten des deutschen Barock. Ob als närrisches Kalb von Hanau, im Harnisch des mordlustigen Jägers von Soest oder im diplomatischen Kleid am Pariser Hof – welche Rolle er auch annimmt, immer wird er zu einem bizarren Spiegel seiner verwahrlosten Umwelt. Als Findelkind ausgesetzt, wird Simplicissimus bei einem Bauernpaar im Spessart groß, wo er als Hirte so bar jeglicher Bildung aufwächst, dass er nicht einmal den Krieg erkennt, als dieser seine Heimat erreicht. Nach der Zerstörung des elterlichen Hofes rettet ihm ein Einsiedler das Leben und unterrichtet ihn in der reinen christlichen Lehre. In einer barocken Versuchsanordnung schickt Grimmelshausen seinen unwissend-ahnungsvollen Protagonisten auf eine Lebensreise. Einzig mit der christlichen Botschaft ausgerüstet, müsste er schnell scheitern, bliebe ihm nicht sein dreister Witz. Nie findet er einen Platz in der Gesellschaft, immer bleibt er allein. Selbst der Tod kann ihm keinen Ort der Erlösung bieten. »Bunt, wild roh, amüsant, verliebt und verlumpt, kochend von Leben, mit Tod und Teufel auf Du und Du, zerknirscht am Ende und gründlich müde in einer in Blut, Raub, Wollust sich vergeudenden Welt.« (Thomas Mann) Florian Fiedler stellt sich mit dieser Arbeit als Hausregisseur vor. Er inszeniert die Fassung Soeren Voimas, einem Autorenpsyeudonym, unter dem in den letzten Jahren zahlreiche Stücke und Romanbearbeitungen erschienen. Unzweifelhaft war er der wichtigste deutsche Erzähler des 17. Jahrhunderts. Im Genre des spanischen Schelmenromans schrieb HANS JAKOB CHRISTOFFEL VON GRIMMELSHAUSEN (1622–1676) so etwas wie einen ersten Tatsachen- und Entwicklungsroman, der weitgehend unverstellt eigenes Erleben des Autors widerspiegelt. Als Chronist seiner Zeit wurde sein Werk zum Memento Mori, zum Vermächtnis an die Nachwelt, niemals zu vergessen, wie die Welt verwildern kann. SOEREN VOIMA, der diesen Stoff für die Bühne adaptierte, lebt als freier Autor im Havelland. 1995 gründete sich die nach ihm benannte Autorengruppe. Seit 2003 kamen zahlreiche seiner eigenen Bearbeitungen und Stücke zur Uraufführung, so etwa 2006 »Herr Ritter von der traurigen Gestalt« und 2008 »Eos«, beide am Staatstheater Stuttgart.
Pressestimmen
Regieteam Regie
Florian Fiedler Besetzung
Sandra Bayrhammer Theaterpädagogische Angebote- Materialmappe - Theaterpraktische Vor- oder Nachbereitung - Einführung/Nachgespräch - Schulbesuch durch Mitglieder des Produktionsteams - Spielplanprojekt Zur Theaterpädagogik |
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